AngebotPsychologische KörperanalyseCovid-19Online SprechstundeErnährung

Corvid-19

Der einzelne Mensch in der Krise

Bleiben Sie würdig und verantwortlich!

Angst kriecht kalt den Rücken hoch. Uns fröstelt und wir sind angespannt, steif, eingefroren. Gleichzeitig sammelt sich die Wut im Bauch. Was der hat und macht, das will ich auch, das muss ich haben. Die „da oben“ sagen sowieso nicht die Wahrheit und ich sehe schon, dass die Versorgung ganz zusammenbricht. Und wer soll das Ganze überhaupt bezahlen? Geschäfte bis auf weiteres geschlossen und die Miete muss weiterbezahlt werden. Kurzarbeit und danach? Vielleicht gibt es meinen Arbeitsplatz „danach“ nicht mehr. Jeden Tag neue Hiobsbotschaften und kaum aushaltbare Bilder aus der Lombardei und Madrid. Der beschworene Tsunami rollt auf uns zu und sicher ist nur eins: Eine Sicherheit gibt es nicht.
In Zeiten der Not boten Gott und seine Kirche früher eine Zuflucht - tun sie heute noch, wenn sie es richtig wollten und die weltlich menschlichen Vertreter nicht immer wieder in Konflikte mit sich selbst geraten würden und so ihre Glaubwürdigkeit und das Vertrauen aufs Spiel setzen würden.
Die persönliche Begabung, hinter den Dingen eine Schöpfung, einen Sinne und eine Kraft zu fühlen, ist aktuelle nicht mehr sehr verbreitet. Sie wird in der Neuzeit von den lauten und bunten Medien, den Streaming Plattformen, den täglichen Blogs und den Warnungen der Politiker mit ihren moralischen Apellen für viele Menschen ersetzt.
Jetzt heißt es: Tu dies, tu das, bleibt zuhause, mach nur die dringenden Wege.
Ganz früher hieß es mal von der Obrigkeit fürs Volk: Bete und arbeite, sei demütig.
Geht das noch so und ist es sinnvoll? In dieser aktuellen Bedrängnis Ja und Nein. Es ist nicht einfach! Wir sind nämlich alle nicht vorbereitet, vor allem auch nicht im Geringsten vorbereitet jetzt zu sterben.
Verdrängen wir es doch einfach. Gut so! Aber da ist doch etwas, so eine innere Unruhe.
Die übertreiben doch alle und für die meisten ist es wie ein Infekt und gut ist. Ja aber, und wenn nicht? Mir wird schon nichts passieren, aber ich schlafe irgendwie nicht mehr gut. Früher auch schon nicht, aber jetzt ist es schlimmer geworden.
Der Nacken ist total verspannt und so wache ich oft in der Nacht schon auf. Morgens bin ich wie gerädert und müde. Bei den Nachrichten bricht die Wut aus mir heraus:
„Diese Idioten, die sich um Toilettenpapier prügeln, sollte man doch gleich wegsperren“. Im Lebensmittelgeschäft halten wir jetzt Abstand.
Es ist ruhig geworden beim Einkaufen. Es lacht keiner mehr laut. Husten und Niesen wird unterdrückt. Ja nicht auffallen und anfassen, was andere schon angefasst haben. Man kann ja nicht wissen. Soll ich mich testen lassen?
(Der Test erfolgt nach wissenschaftlichen Regeln und nicht dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis. Hausarzt und ärztlicher Notdienst sind die Ansprechpartner)
Kratzen im Hals habe ich ja schon ein paar Tage und irgendwie fühle ich mich total schlapp. Da gehe ich doch gleich mal im Geiste durch, wer mich angesteckt haben könnte.
Jede Krise enthält Versuchungen und Versagungen, Zerstörendes und neu Entstehendes, Abstieg und Aufstieg, Trennendes und Vereinigendes. Wer jetzt einen guten nachbarschaftlichen Kontakt und Freunde (mit allem gebotenen physikalischem Anstand) hat, der kann wahrscheinlich und nach meiner tiefsten Überzeugung besser „über“ -leben?
Die Biologie ist dabei nicht romantisch. Ein kleines Eiweißpartikelchen sorgt als „Killer“ für einen anderen Lebensraum und lässt die Strukturen neu ordnen wie die Flut nach der Ebbe die Strandoberfläche verändert.
Unser biologischer Körper vergisst nichts, keinen Kontakt, den er und seine Vorgängergenerationen jemals hatte. Die Menschheit wird also überleben.
Überlebe ich selbst aber auch? Nicht sicher und diese Ungewissheit müssen wir alle aushalten, würdig aushalten lernen.

Wir sind zwar gerade nicht auf Lesbos als Flüchtling gestrandet, leben nicht in Trümmern in Syrien, Afghanistan oder sind am Beatmungsgerät in Bergamo angeschlossen. Eigentlich besteht für die meisten von uns eine vergleichbar komfortable Lebenssituation. Genau dieses eine Leben, nichts davor, nichts danach, gilt es jetzt zu leben. Der Körper vergisst nicht. Er ist schon längst im Krisenmodus.

Das „Ich“ in uns ist zuständig für die Geheimnummer der Bank Card, aber nicht für unsere Stressregulation. Sie geschieht völlig unbewusst für die meisten von uns. Wir antworten auch im Stress mit dem Bauch. Auf Kampf getrimmt verdaut er nicht mehr gut. Eine Ernährung mit Mehl, Zucker und Tütensuppen, die vielfach „aus“ sind, ist genau die falsche Antwort.

Alles warm essen und trinken, eben wenig Backwaren und Zucker, besser mit etwas Schokolade belohnen, kommt dem Bauch näher. Nichts davor und nichts danach. In der Gegenwart bewusst leben gelingt am besten mit der Atmung: 4 sec ein, 7 sec ausatmen, möglichst mehrfach am Tag über 11 Minuten geübt entspannt den Bauch und das Zwerchfell.

Angst nimmt uns den Atem, das Zwerchfell blockiert und der Druck in der Brust nimmt zu. Gerade Herzpatienten müssen jetzt wieder atmen lernen. Asthmapatient/COPD wissen das schon oder sie lernen es jetzt nochmals. Angst lässt uns einfrieren.
Wir werden steif vor Angst.

Die meisten merken es im Schultergürtel. Mit Walkingstöcken langsam gehen! Nicht Nordic Walking! Leistung war gestern, jetzt ist nur leben!

Gehen Sie dort, wo es möglich ist und entweder allein oder mit ihrem Partner/in oder Freund/in. Luft um die Nase tut uns gut. Wenn wir entdecken können, dass die Natur schon dabei ist, sich wieder in aller Herrlichkeit zu entfalten, können wir uns eins fühlen mit dieser Macht des Daseins und wieder in der Gegenwart ankommen.

Legen Sie sich auf eine Handtuchrolle unter dem Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule, ggf. auf eine Faszienrolle und atmen dann in den Bauch atmen. Strecken Sie sich dabei aus, Arme ggf. über dem Kopf und sonst seitlich am Körper und die Beine entspannt. Atmen Sie! Halten Sie es mal für eine Weile aus. Es fühl sich unheimlich lang an, wenn Sie so entspannt auf dem Rücken liegen. Nach ein paar Minuten wechseln Sie in die Bauchlage und recken und strecken sich.

Sofern es Ihnen möglich ist, setzen Sie sich mit dem Gesäß auf die im Knie gebeugten Unterschenke und beugen den Rumpf dann soweit nach vorn, dass die Arme weit auf den Boden aufgelegt werden können

(Im Yoga: aus der Stellung des Kindes in die Position der Katze wechseln. Atmen Sie. Nachschlagen auf YouTube, Yoga, Pranayama, die Atemkunst im Yoga).

Wer es sich zutraut und schon immer mal geübt hat, kann Liegestützen mit seitlich etwas mehr ausgestellten Armen langsam und mit der Atmung verbindend üben. Mit der Anspannung des Rumpfes wird der Schultergürtel nach hinten geführt und vor allem die Brustwirbelsäule etwas gestreckt. Mit der Angst wird sie bei jedem von uns steif. Die Arme „schlafen“ in der Nacht ein und die Schultergelenke schmerzen. Dann kann diese Übung helfen.

Aber machen Sie bitte alles auf eigene Gefahr und würdig, also langsam und achtsam! Die Atmung üben und mit Walkingstöcken langsam gehen kann auch mit 80+ noch geübt werden.

Fragen Sie sonst einen Arzt oder Physiotherapeuten. Sie bleiben aber immer verantwortlich Handelnder! Lassen Sie sich diese Würde von Niemandem nehmen! Gehen sie also würdig und aufrecht. Tun Sie sich diesen Gefallen. Jetzt!

Suchen nach