AngebotGesundheit und TherapiePsychologische KörperanalyseMeditationTrauma

Unfallfolgen

Beispiel Erwachsenentrauma

Schleudertrauma - was tun?

Eine Diskussion um den Begriff soll hier nicht geführt werden. Üblicherweise versteht der Laie, und um den geht es hier, ein Schleudertrauma als Verletzung an der Halswirbelsäule durch einen Verkehrsunfall. Bemerkbare Folgen für das Unfallopfer sind eine Mischung aus lokalem Schmerz der Halswirbelsäule, neurologischen Symptomen wie Schwindel, Taumeligkeit und Kopfschmerzen sowie Bewegungsstörungen der Wirbelsäule vom Hals bis manches Mal zum Becken und zum Teil auch der Schultergelenke.

Je nach Erstbehandler wird als Diagnose Halswirbelsäulenverrenkung (Zervicaldistorsion), Prellung oder Zerrung der Halswirbelsäule, Halswirbelsäulensyndrom (also eine Mischung von typischen Krankheitszeichen im Bereich der Halswirbelsäule) oder ähnliches vermerkt.

Es ist üblich, eine Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule anzufertigen und auf der knöchernen Darstellung keine typische Krankheit zu erkennen. Das gilt sogar für die Magnetresonanztomographie, die auch ausreichend zeitnah zu einem üblichen Verkehrsunfall (siehe unten) in der Regel keine Krankheit abbildet (oder wenn sie es tut, wissen wir oft nicht , was es bedeutet)

Dennoch sind technische Untersuchungen sinnvoll, um sehr seltene knöcherne und Weichteilverletzungen zu erkennen oder bei schweren Verletzungen (ohnehin hier nicht in der Diskussion) die Therapie zu lenken.

Was ist ein üblicher Unfall?

Der Patient wird ambulant im Krankenhaus oder bei einem niedergelassenen Arzt nach der Unfallaufnahme behandelt. Damit ist er nicht " schwerverletzt " für den Polizeibericht und Eigenart des Unfalles, Höhe des Autoschadens, Dramatik der Umstände usw. haben nach meiner Beobachtung der letzten 10 Jahre in der Praxis keine Bedeutung für meine Behandlung!

Eine Ausnahme gibt es allerdings! Eine stets günstige Prognose haben diejenigen Patienten, die den Unfall selbst verschuldet haben. Ich will an dieser Stelle aber nicht spekulieren, mit welchen Faktoren das zusammenhängen mag. Keinesfalls soll der Eindruck erweckt werden, dass sich die "Unschuldigen" die Symptome willkürlich herstellen! Offensichtlich haben aber aktiver oder passiver Unfallhergang etwas mit der zentralen und emotionalen Verarbeitung der Abläufe zu tun.

Zu meiner Therapie:

Ich wünsche mir eine unverzügliche Behandlung des Patienten. Unverzüglich heißt, dass nach oder ideal bei der Erstuntersuchung eine Behandlung der oberen Halswirbelsäule mit Normalisierung der Gelenkfunktionen erfolgt.

Wir diskutieren heute eine Kombination aus muskulärer Verletzung, Überlastung und Zerrung von Bändern und Bandscheiben und komplexe Funktionsstörungen der oberen Halswirbelsäule in der Nähe wichtiger zentraler Funktionen des Hirnstamms zusammen mit einer nervösen Stressreaktion als Traumatisierung.

Wesentlich ist dabei nach meiner Erfahrung die schnelle Behandlung der oberen Halswirbelsäule.

Die Manipulation (Chirotherapie) ist aber verboten. Auch übliche mobilisierender Techniken führen in juristische Fallen!

Es bleibt als gefahrlose und sehr wirksame Reflextherapie eine Körper-, Ohr - oder Schädelakupunktur, die sofort die Funktion wiederherstellen kann!

Viele Patienten berichten über ein besseres Sehvermögen, Abklingen von Schwindel/ Taumeligkeit und vor allem reduziertem Schmerz.

Die von mir üblicherweise auf Grund der guten Verfügbarkeit angewandte Ohrakupunktur kommt mit zwei oder drei Nadeln aus und häufig nutze ich dazu Golddauernadeln, die vom Patienten mit einem kleinen Magneten zu Hause stimuliert werden.

Es ist die Regel, dass die Funktionsstörungen der oberen Halswirbelsäule nicht rezidivieren und damit ist die Verletzung gut behandelt!

Was kann ich mit dieser Methode nicht ändern?

Viele Patienten im mittleren Lebensalter werden durch die Erfahrung eines Verkehrsunfalls unmittelbar mit dem "Altern (alt werden)" konfrontiert. So führen reduzierter allgemeiner Trainingszustand, Stress und Spannungen aus Alltag und Beruf und Verschleißumbau der Halswirbelsäule nach einer mechanischen Belastung mit ungewohnter Schmerzhaftigkeit zur anhaltenden Fokussierung auf den " verletzten " Körperteil und häufig bemerke ich deshalb einen Symptomenwechsel im Verlauf der Therapie!

Nach dem die initialen Beschwerden des Traumas abgeklungen sind werden Schmerzen in den typischen Verschleißarealen der Halswirbelsäule bemerkbar und führen z.B. zu störenden Geräuschphänomenen (Knacken bei der Bewegung), die vorher nicht bestanden hätten.

Der medizinische Laie wird diese Empfindungen als Unschuldiger auf dem Unfall beziehen und die Beseitigung der Beschwerden verlangen.

Jetzt ist es ärztliche Kunst, eine ausreichende Erklärung mit Zuversicht für den Verlauf zu vermitteln, damit keine Chronifizierung der Schmerzen eintritt!

Man muss hier auch die Therapeuten bremsen, die neben der guten Handarbeit den Krankheitsverlauf durch Bemerkungen (“verklebt”, “alles verspannt”,” da muss man sehr lange behandeln etc.”) verlängern !

Fatal wirken sich aber vor allem anhaltende Funktionsstörungen der oberen Halswirbelsäule (Kopfgelenke) aus, weil mit ihnen ein buntes Bild aus Verschleißumbau der Bandscheibenetagen, muskulären Spannungen und pseudozentraler Symptomatik des Hirnstamms produziert werden, die zu vielen Arztbesuchen und frustraner technischer Diagnostik führen.

Die sozialmedizinische Konsequenz ist erschütternd, wenn die Arbeitsaufnahme nicht mehr gelingt und die Schuld in der Versorgung des medizinischen Systems, beim Unfallgegner oder in der mangelnden Zuwendung durch die Träger der Sozialversicherung gesehen wird!

Mein Maß für den objektiven Erfolg medizinischer Behandlung als Manualtherapeut bleibt als Goldstandard die Funktion der oberen Halswirbelsäule!

Ist diese schnell wiederhergestellt, so liegt in der Regel eine günstige Prognose vor und der Patient ist davon zu überzeugen, kurzfristig seinen Alltag und möglichst bald auch die Arbeit wie zuvor zu leisten. Letztlich nutzt ihm das nach meiner Erfahrung viel mehr, als durch eine längere Phase der Erkrankung quasi eine Dokumentation der Schwere seines Leidens zu liefern, um von der Versicherung möglichst viel Geld zu erhalten.

Das läuft in Deutschland ohne hin nicht so gut wie in den Vereinigten Staaten zum Beispiel und in der Bilanz kommt der Patient viel besser zurecht, wenn er den aktiven Weg in Alltag und Berufstätigkeit wählt.

Arzt und Therapeut erwarten vom Patienten eine Verbesserung im Verlauf. Zur Optimierung der Versicherungssumme “muss” er aber " schlecht " bleiben! Den vergleichbaren “Spagat” zwischen “Trainer” und Gutachter schafft der Arzt aber auch nicht viel besser!

Manchem Patienten muss ich deshalb zu seinem eigenen Vorteil raten, nicht wiederholt mit dem Kopf gegen (jetzt rechtsstaatliche) Wände zu laufen!