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Der ältere Arbeitnehmer

Schmerzfreies Sitzen durch einen starken Rücken

Das Durchschnittsalter eines großen Industriebetriebes in Salzgitter beträgt im Jahr 2002 38,5 Jahre. Im Jahr 2014 liegt es höher und steigt stetig.

Der ältere Arbeitnehmer im Betrieb wird die Regel werden, weil es den Betrieben aufgrund der biographischen Struktur nicht gelingen kann, ihre Belegschaft " jung " zu halten.
Modelle der Altersteilzeit sind sinnvoll, sehen sich aber großen Problemen der Finanzierbarkeit gegenüber, zumal es die Tendenz gibt, das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen. Schonarbeitsplätze gibt es eigentlich nicht mehr. Arbeitnehmer mit „Handicap“ haben ein Problem, wenn der alte Arbeitsplatz nicht mehr möglich oder gar nicht mehr vorhanden ist.

So wird die Arge zuständig, denn seit dem Jahr 2000 ist die Chance der vorzeitigen Versichertenrente erheblich eingeschränkt worden. Ein abstrakter Begriff der Leistungsfähigkeit wird zum Maß und der konkrete Arbeitsmarkt nicht mehr zu beachten. Viele Menschen fühlen sich von dieser sozialen Gesetzgebung nicht verstanden und ungerecht behandelt.
Auch aktuell enthält kein Programm der demokratisch gewählten Parteien im Bundestag
wenigstens eine Absicht oder eine kritische Diskussion zur Veränderung dieser Gesetzeslage. Es scheint "vermintes" Gelände zu sein, denn die Finanzierung würde eine andere Sicht der Vermögensverteilung voraussetzen. Den christlichen Parteien scheint dabei das Teilen von Besitzständen traditionell schwerer zu fallen als den "Sozis", deren etwas angestaubte "Feindbilder" auch nicht besser sein müssen. Vor allem nutzen sie dem Verarmten dieser Gesellschaft nicht.
Papst Franziskus hat in seiner Rede vor dem europäischen Parlament gefordert, die Politik auf die Menschen und nicht die Finanzmärkte auszurichten. Gefühlt in dieser Gesellschaft wird das mögliche "Sterben" einer Bank mit viel mehr politischer Dramatik umgeben, also die seeelische und körperliche Not von Menschen.
Als Gutachter würde ich auch viel lieber mithelfen, eine Integration in den Arbeitsmarkt mit zumutbaren Mitwirkungen und dem angetroffenen Leistungsniveau in einem anteiligen Konzept zu formulieren. Denn mit dem häufig antragsbegründenden orthopädischen Leiden allein ist in der Regel keine Erwerbsunfähigkeitsrente zu erreichen. Die Gesamtsicht aller Umstände wird aber aufgrund der Aufteilung in Fachgebiete erschwert. Wieso sollte auch eine koronare Herzerkranung oder eine Angststörung etwas mit Trainingsmangel, chronischen Rückenschmerzen oder einer Vermeidungshaltung zu tun haben?

Das Wissen der meisten Arbeitnehmer über ihre tatsächliche Absicherung ist gering, denn es fehlt die konkrete Transparenz über die Versicherungsleistung der Träger der Rentenversicherung!
Nicht nur aus medizinischer Sicht gilt es also, den älteren Arbeitnehmer im Betrieb arbeitsfähig an seinem Arbeitsplatz zu halten. Den Jüngeren (< 40 Lebensjahren) muss die Notwendigkeit zur Vorsorge mit einfachen Worten und Beispielen auch durch die Politik erläutert werden.

Wo liegt das biologische Problem?

Der Mensch verliert in unserer Gesellschaft und mit durchschnittlicher Lebensweise vom 40. bis zum 60. Lebensjahr ohne Training etwa 1/3 seiner Muskelmasse und Herz-Kreislaufleistung. Andersherum betrachtet kann ein Kreislauftrainierter mit 60 Jahren noch die gleiche Herz-Kreislauf-Leistung besitzen wie ein 40 Jahre alter Untrainierter. Das gilt auch für die Muskelkraft.

"20 Jahre lang 40" bleiben ist aber nicht voraussetzungslos!

Wichtig sind:

1.Ausgewogenen Ernährung und normales Gewicht (BMI <30 mindestens)

2. Ein regelmäßiges Herz-Kreislauf Training

3. Ein regelmäßiges Muskeltraining und Funktionsgymnastik

4. Kein Nikotin!

5. moderater Umgang mit Alkohol (<20 g /die Männer, 10g/die Frauen)

6. Regelmäßige Zahnpflege und Vorsorge beim Zahnarzt!

7. Ausgewogene psychische Verfassung (Beziehung privat, berufliche Zufriedenheit, Anerkennung, Spiritualität/Religion)

Bedingungen 1-6 sind einfach messbar, allgemein bekannt und werden oft nicht eingehalten.

Nr. 7 ist sehr wichtig, wird oft unterschätzt und ist immer beteiligt!

Betriebliche Gesundheitsförderungen sollten diese Kriterien aufgreifen und in Arbeitsgruppen vertiefen, darüber berichten und den Verlauf kontrollieren, wie es als Qualitätssicherung z.B. schon für die Sauberkeit des Arbeitsplatzes der qualitätskontrollierten betrieblichen Gruppenarbeit gilt. Eine imperative Formulierung dieser Kriterien führen nicht zum Ziel. Allerdings könnte den Betrieben in privater Initiative die externe Beratung und Kontrolle angeboten werden, in denen mit dem Wissen der Sport- und Rehabilitationsmedizin die messbaren Kriterien z.B. alle 2 Jahre überprüft und zertifiziert werden. Zu Nr. 7 gehören z.B. betriebliche Supervisionen, die bislang den Führungsebenen in "bunter" Form wie z.B. Anteilen fernöstlicher Philosophie, Klettergärten, Canyoning o. ä. vorbehalten sind.

Spiritualität und Religion sind aber weder eine Frage des Preises noch der externen Herkunft. Sanktionen sind nicht politisch durchsetzbar und wahrscheinlich auch nicht sinnvoll. Belohnungen sind die Verstärker der verhaltenstherapeutischen Intervention. Transparenz unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes ist auch ein Ziel.