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Diagnostik und Therapie bei Kindern

Grundregulationen - Trauma

Schiefhaltung, Schiefhals

Einleitung
Der Text zur funktionellen Kinderbehandlung am Bewegungsapparat nach traumatisch erfahrenen Geburten (Mutter und Kind gemeint) oder späteren traumatisierenden Ereignissen, zu denen auch psychische Traumata rechnen, ist aus den Erfahrungen von 30 Jahren in der orthopädischen Medizin entstanden.
In den letzten Jahren hat sich mein Fokus immer mehr von der mechanischen Auffassung zur einheitlichen psychologisch- körperlichen Sichtweise entwickelt. Tatsächlich sind körperliche und psychische Existenz nur willkürlich durch den Betrachter zu trennen, der ein Objekt vor sich wähnt. Behandelt werden aber immer Objekt und Subjekt, also der biologische Körper zusammen mit dem, was er fühlt, denkt und schon erfahren hat. Auch deshalb ist im Zusammenhang mit schwierigen Umständen und zumal häufiger operativer Entbindung die Arbeitshypothese einer Traumatisierung des Neugeborenen entstanden. Sie umfasst weit mehr als die Funktionen der Wirbelsäule oder weitere äußerlich betrachtbare, „objektive“ Befunde oder Abweichungen von einer Normalität. Mit der psychophysischen Auffassung ist die Einbindung des Kindes in seine familiäre Struktur und deren Wirkungen verbunden. Diese systemische Sicht ist notwendig, um Verläufe zu verstehen, die eben nicht nur die Stellung von Wirbeln beim Kind umfassen, sondern auch komplexe Verbindungen zumal zur Mutter in einem krankhaften Verlauf einbeziehen müssen.
Das Wissen über diese Zusammenhänge entsteht nicht aus Vermutungen, sondern bedarf der vielfachen Erprobung in der täglichen klinische Praxis. So mögen die vielen Mütter mir vielleicht nachsehen, dass ich sie mit einer kurzen Erfahrung der Verbindung oder Synchronisation zu ihrem Kind mit einer Technik meiner Akupunkturdiagnostik einbezogen habe. Es ist nur ein kurzes Aufblitzen, ein Mitschwingen mit einer erstaunlichen, aber leider nicht nachhaltigen Entspannung von Mutter und Kind in einem Feld.
Oft wollen die Mütter ja auch behandelt werden, weil zum Beispiel nach der Geburt Rücken- oder Nackenschmerzen nicht mehr ausgehalten werden. Gut, dann wird die Versichertenkarte eingelesen und auch die Mutter ist Patient.
Mit der Entspannung von Mutter und Kind meine ich die kurze Erfahrung einer Einheit, die jedwede Angst auflöst. Sie ist überhaupt das Ziel meiner Kinderbehandlung und gelingt „zum Zeigen“ mit einem geeigneten Setting und einer Homöopathie. Auf die Einzelheiten will ich hier nicht eingehen. Es ist eine Technik für Therapeuten und nicht wie im Kochbuch auszuführen. Als Technik ist sie auch nicht nachhaltig und bildet den Prozess, um den es geht, natürlich nicht vollständig ab. Die Menschen lieben aber Abkürzungen und Tricks und genau deshalb „cut“ an dieser Stelle.
Der Fokus wird also vom Patienten, dem Symptomträger, dem Schreikind oder mit dem schiefen Kopf zum System Mutter-Kind und deren Vorgeschichte verschoben. Erst die systemische Sicht, also die Analyse der Verbindung von Mutter und Kind, erklärt in vieler Hinsicht die komplexen Störungen der Funktionen, die keinesfalls zum Beispiel auf ein lokales System wie das Nackenrezeptorfeld und die obere Halswirbelsäule zu begrenzen sind.
Die systemische Sicht eröffnet weitere Probleme. Mütter sind in der Regel nach einer Geburt nicht stabil und energetisch geschwächt. Sie haben bewusst oder unbewusst Entscheidungen vor, in der Schwangerschaft und auch zur Geburt getroffen, die sich jetzt zeigen können. Ich erlebe in der Praxis sowohl die Klage über eine operative Geburt wie auch eben das scheinbar fehlerhafte Bestehen auf einer natürlichen Geburt, die dann mit einer Saugglocke und Dammschnitt erfolgen musste.
Mütter neigen dazu, sich selbst die Schuld für die Folgen zuzuweisen!
Für alle Mütter und Väter gilt deshalb der wichtige Hinweis, dass es nach der Geburt niemals darum gehen darf, eine persönliche Schuld zu suchen oder fast noch schlimmer anderen oder sich selbst zuzuschreiben.
Ich schreibe ausführlich in meinem Buch „Die Meditation als Selbsterfahrung (Tao Verlag im Herbst 2015)“ über diese Tücken unseres bewertenden Geistes. Die notwendige Gelassenheit im Umgang mit einem eigenen oder angenommenen Kind kann sich nur einstellen, wenn sich die Mutter selbst geliebt, sicher und umsorgt fühlt. Gerade bei den Kindern, die mir als Schreikinder oder mit einer Schädelasymmetrie in der Praxis vorgestellt werden, sind oft persönliche Lebensumstände der Mutter, des Vaters oder im familiären Zusammenhang nicht genügend „geerdet“. Unsicherheit, Unruhe, Angst, Aggression sogar haben sich in den Lebensalltag eingeschlichen, obwohl das Neugeborene oder später auch das Kind als eigenes natürliches Wunder immer wieder zum Staunen und Dankbarkeit führen könnte. Die Trennung vom Partner in der Schwangerschaft, eine Erkrankung der eigenen Eltern, eines Kindes oder sogar der Tod eines Menschen aus der Lebensumgebung in den letzten Jahren können die Hintergrundmusik spielen, die unbedingt auch auf die Qualität der Mutter-Kindbeziehung Einfluss nimmt. Zu alledem kommt noch das eingangs erwähnte Geburtstrauma, was die Einflussnahmen so komplex macht, denen sich das Kind, die Mutter, die Familie und im medizinischen System die Hebamme, der Osteopath, der Physiotherapeut , der Kinderarzt und später vielleicht auch der Facharzt für Orthopädie gegenübersehen.
Der ursprüngliche Text der Website Kiss-Kinder wurde weitgehend belassen. Hinweise und Ausblicke auf die systemische und psychologische Therapie und Beobachtungen von Verläufen ergänzen.
Durch die erweiterte Sicht darf die Basis des subtilen ärztlichen Befundes und einer vorsichtigen manuellen Therapie allerdings nicht außer Acht gelassen werden. Sie wird ergänzt durch die Möglichkeiten der Akupunkturdiagnostik, der mit ihr verbundenen homöopathischen Therapie und eine systemische Therapie. Für die Mutter kann eine Psychotherapie notwendig werden, wenn mit den Verstrickungen der Biografie, Erlebnissen in der Schwangerschaft und der Geburt Gefühle, Wahrnehmungen und Gedanken nicht mehr in einer geborgenen häuslichen Atmosphäre und dem Beistand der Familien, von Freunden und der Hebamme beherrscht werden können. Damit treten in der Regel psychische und körperliche Krankheitssymptome ein.
Meine ärztliche Erfahrung lässt mich vermuten, dass das betrachtete frühkindliche Modell der Traumatisierung im weiteren Leben Gültigkeit behält, weil es ein biologisches Prinzip ausführt.
Trauma ist dabei vor allem subjektiv und so nicht zwangsläufig äußerlich nachvollziehbare physikalische oder psychische Gewalteinwirkung. Die Familie ist wie in einer "Cloud" = Wolke und tauscht Informationen auf allen Kanälen, den sichtbaren wie auch unsichtbaren - feinstofflichen.
Vergleichbar sind die Arbeitshypothesen der neurologischen und psychiatrischen Forschung zu verstehen, die in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren sowie der Lebensumgebung , also "dem Terrain", die wesentliche Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung erkennen.
Wenn das Gehör des Kindes im Mutterleib Stimmen unterscheiden kann, kann es auch Stimmungen differenzieren und darauf reagieren! Es verwundert nicht, dass der traumatisierte Erwachsene grundsätzlich vergleichbar zum Neugeborenen und Kleinkind reagiert, weil seine Programmierung aus dieser Zeit kommt.
In der Menschen-Cloud, um bei diesem aktuellen Modell zu bleiben, werden die Bilder (Informationen) wahrscheinlich individuell durch Vorerfahrungen und momentane Resonanzen in der Beziehungserfahrung modifiziert. Das gleiche Signal kann also je nach Ausgangslage ganz unterschiedliche Reaktionsweisen bei den Mitglieder der Cloud auslösen. Das macht es so kompliziert und spannend zugleich, sich auf einen achtsamen Kontakt mit Menschen einzulassen.

Der Anfang:
Das Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle. Der Verlauf der Schwangerschaft und das Leben der Mutter nehmen immer einen Einfluss auf das Kind. Mutter und Kind sind und bleiben im gleichen „Feld“. Sie sind ihr Leben lang verbunden und dies übrigens um so mehr, je weiter sie scheinbar auseinander streben und am heftigsten, wenn man aus Ärger - manchmal über Jahre - nicht mehr miteinander spricht!!
Bekannt sind chemisch vergiftende Wirkungen des Nikotins, von Amalgamfüllungen, des Alkohols und wahrscheinlich nimmt das Kind auch schon am psychischen Zustand der Mutter teil. Die Bandbreite reicht also von grobstofflich (chemischen) bis zu feinstofflich (seelischen- psychischen) Einflussnahmen.
Vor der Schwangerschaft kommen Frauen wegen Rückenschmerzen in die Praxis und teilen vielleicht mit, dass auch Kinderwunsch besteht und schon vieles versucht wurde, sogar künstliche Befruchtungen und die frauenärztliche Therapie sei bislang nicht erfolgreich gewesen. Bei vielen Frauen finden sich dann im körperlichen Ausdruck Stresssymptome, auf die in den folgenden Kapiteln eingegangen wird.
„Im Krieg kommen keine Kinder“ ist die alte Weisheit! Also gilt es, Geist und Körper wieder zu verbinden – das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erheblich und schafft vor allem die Voraussetzungen für eine gute Beziehung von Mutter und Kind von Anfang an, also schon ab der Befruchtung, wenn das Leben beginnt.
Eine freie Bewegung der Kreuzdarmbeingelenke ist eine wichtige Voraussetzung für die natürliche Geburt. Die Natur hilft mit einer hormonellen Aufweichung der knorpeligen Strukturen des Beckenringes nach. Bestehen aber Stoffwechselstörungen, erhebliches Übergewicht, Zuckererkrankung, Zahnentzündungen, psychisch Belastungen wie Angst, Kränkungen, Kummer oder Trauer, dann entstehen rheumatische Reaktionsweisen im Körper. Sie führen zu Reizerscheinungen in den kleinen Wirbelgelenken, den Kreuzdarmbeingelenken, einer einseitigen Körperanspannung, Nacken-Halsverspannungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Oberbauchschmerzen, Blähungen des Bauches und das Kind erlebt alles mit!
Die Geburt ist für die so geschwächte Mutter eine Tortur und der Kaiserschnitt, die Saugglocke oder lange Entbindungszeit die häufigen Folgen. Der Orthopäde sieht das Kind in der Regel erst nach der Geburt. Es gilt Füße und Hüften zu kontrollieren oder das „Kiss-Syndrom“ zu behandeln. Es ist ein Krankheitsbegriff für Störungen der Funktionen der oberen Halswirbelsäule, die mit den Umständen des Geburtsvorganges in Verbindung gebracht werden könnten. Operative Entbindung (Kaiserschnitt) und mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel der Saugglocke oder lokaler mechanischer Einwirkung auf den Bauch der gebärenden (Kristellern) können das Kind verletzen oder „traumatisieren“.
Für das Geburtsteam geht es natürlich immer um das Leben von Mutter und Kind und die folgenden Überlegungen und Erfahrungen sind keinesfalls geeignet, Schuldzuweisungen zu treffen. Es geht um die neutrale Betrachtung von funktionellen Störungen am Bewegungsapparat, die schon ganz früh im Leben eintreten können und ein Grundmodell traumatischer Reaktionsweise sind. „Schiefhals“ ist eine Formulierung für die äußere Form, der verformte Kopf im weiteren Verlauf (Schädelasymmetrie) ein weiteres Zeichen und von manchen Kindern wird berichtet, dass sie als „Sternengucker“ die äußere Welt erreicht haben.
Die Störungen der Funktion der Wirbelsäule können durch gezielte Bewegung der Wirbelkörper behandelt werden. Man nennt das „manuelle Therapie“ und Ärzte, Physiotherapeuten oder Osteopathen bieten dazu ihre Dienstleistung an. Verletzungen bei der Geburt sind zum Beispiel Schlüsselbeinbrüche, Verformungen des Kopfes durch die Saugglocke und Blutergüsse. Diese äußeren Zeichen der Gewalteinwirkung gehen in vielen Fällen mit Störungen der Funktion der Wirbelsäule einher.
Die Gewalteinwirkung führt aber nicht nur zum Gewebeschaden, sondern auch zur „traumatischen Erfahrung“ als Anteilteil psychischer Gewalt. Während der Gewebeschaden beim Neugeborenen schnell ausheilt, wird die psychische Gewalteinwirkung oft länger erinnert. Sie bewirkt die „Stresssteuerung“ des zentralen Nervensystems Der typische klinische Befund ist eine einseitige Körperspannung wie bei einer Halbseitenschwäche, also wie bei einem Schlaganfall zum Beispiel.
Zunächst ist das ein Schaltzustand des Nervensystems, eine andauernde Alarmreaktion, aber im Verlauf kann die Information „Software“ in die körperliche Struktur „Hardware“ übergehen. Zur Eigenschaft des Lebendigen gehört dabei der andauernde Austausch zwischen Idee (Gedanken, Bewusstsein, Software) und Materie (Hardware, körperliche Struktur, Materie). Der Orthopäde zählt mit seiner manuellen Therapie auf den Charakter „funktioneller Störungen“, weil er es mit seinen Händen (manuelle Therapie, Chirotherapie Chiros- gr. Hand) gut behandeln kann.

Was ist eine funktionelle Erkrankung?
Gegenüber den Eltern nutze ich den Vergleich mit einem Fahrrad. Bei einer funktionellen Erkrankung ist die Fahrradkette abgesprungen, die Kette selbst und der Zahnkranz aber heil geblieben und Fahrradfahren ist offensichtlich dennoch nicht möglich. Bei einer funktionellen Erkrankung liegt in der Regel also kein erheblicher Gewebeschaden vor, der vielleicht zu einer Behinderung führen müsste.
Die gegenwärtige Schulmedizin fokussiert allerdings auf einen Schaden, also die krankhafte Formveränderung des Gewebes, also hier der Kette oder des Zahnkranzes. Die missliche Situation wird ursächlich auf Veränderungen dieser Teile des Fahrrades bezogen. Man findet vielleicht Rost oder „Riefen“ und diese müssen als Ursachen herhalten.
So kann es schon am Anfang des irdischen Lebens ein Problem mit der organbezogenen technischen Medizin geben, die gleichwohl ihre unbestrittenen Vorteile in genauer anatomischer Darstellung, der Abrechnungsmöglichkeit gegenüber den Kostenträgern und der medizinischen Dokumentation hat.
Der Schweizer Arzt Dr. Alois Brügger erkannte den regelhaften Zusammenhang einer guten Beweglichkeit der Wirbelsäule zu Krankheitszeichen des Körpers. Er entdeckte, dass ein Symptom wie zum Beispiel der Schmerz und seine eigentliche Ursache, weit voneinander liegen können. Reflexzonen am Körper werden seit Jahrtausenden in der indischen und chinesischen Medizin beschrieben. Mit äußerlich erkennbaren Veränderungen der Haut und der Spannungen im Unterhautgewebe kann so auf Erkrankungen innerer Organe geschlossen werden. Die „Head’schen Zonen“ sind in der europäischen Medizin des vorletzten Jahrhunderts ein Bestandteil der Masseurausbildung gewesen. Andere Techniken wie die des tschechischen Neurologen Professor Janda beschäftigten sich nicht so sehr mit der Beweglichkeit der Wirbelsäule und ihren Beziehungen zu muskulären Spannungen, sondern wenden von außen willkürliche Bewegungen am Patienten an und beurteilen die Rückkehr zur Ausgangsstellung. So ergibt sich ein Grad der Stabilität und eine Bandbreite der Reaktionsfähigkeit.
Dr. Karol Vojta, der berühmte slowakische Kinderneurologe, beschrieb Standards der Säuglingsuntersuchung, die noch heute Gültigkeit besitzen. Mit seiner „Reflexkinesiologie“ offenbaren sich ebenfalls die einseitigen (asymmetrischen) Steuerungsstörungen geburtlicher Traumata.
In neuerer Zeit bestätigt auch die Schädelakupunktur des Japaners Prof. Dr. Yamamoto die Beziehung zwischen muskulären Spannungen am Körper (sog. „Somatotope“ als Reaktionszonen) und der einseitigen „Stressreaktion“ des zentralen Nervensystems. Die Schädelakupunktur (YNSA) bewährt sich besonders in der Therapie von Schmerzzuständen und Bewegungsstörungen neurologischer Leiden wie zum Beispiel nach Hirndurchblutungsstörungen (Schlaganfall). Eine reflexartigen Sofortwirkung („Sekundeneffekt“ nach dem Neuraltherapeuten Hunnecke) ist bei akuten Erkrankungen der inneren Medizin (Herzanfall) oder akuten Schmerzen der Wirbelsäule (Lumbago, Nervenwurzelreizung) zu berichten.
Dr. Heiner Biedermann hat im deutschsprachigen Raum funktionelle Erkrankungen des Säuglings auf ein geburtliches Trauma bezogen und erzielt mit seiner speziellen Technik der manuellen Therapie der oberen Halswirbelsäule in vielen Fällen eine effektive Schmerzbehandlung und Funktionsverbesserung .
Die häufige Behandlung von Schreikindern, von denen ein Teil ein Geburtstrauma wie zum Beispiel durch Kaiserschnittentbindung oder Saugglockengeburt erlitten haben, führt zu weiteren Erkenntnissen der Beziehung zwischen dem Patienten und seiner unmittelbaren Lebensumgebung und hier insbesondere der Mutter.
Als Risiko für eine Traumatisierung gelten nach aktueller Auffassung operative Entbindungen wie der Kaiserschnitt, Beckenend- und Schieflagen oder Auffälligkeiten in der Schwangerschaft mit mangelnder oder geringer Kindsbewegung, eine Vorgeschichte von Schädelasymmetrien in der Familie und die Anwendung von geburtlichen Hilfsmitteln wie der Saugglocke und Begleitverletzungen der Geburt wie zum Beispiel der Bruch des Schlüsselschlüsselbeins oder einer Nervenlähmung (so genannte Plexusparese). Schlüsselbeinfrakturen verheilten beim Säugling zum Beispiel innerhalb von zwei Wochen, was wahrscheinlich auch für die übrigen bindegewebigen Verletzungen gilt.
Die Kiblerfalte ist als Kriterium einer Reflexzone (Headzone) bereits erwähnt worden. Die Behandlung der Bindegewebe war Teil der Masseurausbildung im letzten Jahrhundert. Die Diagnostik mit einem bindegewebigen Strich über den Rücken, zum Beispiel mit einem Fingerknöchel ist dem älteren Patienten vielleicht noch bekannt. Die Kiblerfalte ist eine „Speckrolle“, die vom Therapeuten neben den Dornfortsätzen der Wirbelsäulendorn gerollt wird und normal ist eine ohne Schmerzen verschiebbare Unterhaut. Wir dachten früher, dass die Unterhaut zwar eine gewisse Spannung haben kann, die mit der Stellreaktion der Haare verbunden und zum Beispiel in der Kälte oder bei Angst („es sträuben sich an die Nackenhaare“) verändern, aber der innere Bezug dieser Reaktionsweisen ist später niemals mehr ausführlich diskutiert oder erforscht worden. Auch die Unterhaut und Faszien enthalten Rezeptoren und in der Unterhaut sind sogar kontraktile Elemente, also ein System im System der Bewegung. So kann zum Beispiel die Bewegung der oberen Halswirbelsäule die Verschiebbarkeit der Unterhaut in der Lendenwirbelsäule verändern. Diesen Effekt beobachten die Atlastherapeuten nach ihrer Behandlung des ersten Halswirbels, des Atlas.
Beim gesunden Säugling kann die Unterhaut am ganzen Körper gut verschoben werden. Der diagnostisch interessante Bereich ist entlang der gesamten Wirbelsäule. Sind die oberen Segmente der Halswirbelsäule nach einer geburtstraumatischen Verletzung in der Funktion gestört, so kann mit der Bewegung der Unterhaut ein heilender Reiz mit einer Normalisierung der Gelenkbewegungen ausgelöst werden. Das Bewegen der Unterhaut ist nicht nur eine diagnostische Hilfe, sondern gleichzeitig auch Therapie. Die Kiblerfalte weist als Reflexzone auch auf den Zusammenhang zu den inneren Organfunktionen.
Auch für den Säugling ist es wichtig, dass die Verdauungsleistung der Nahrungsaufnahme entspricht. Ist das nicht der Fall, kommt es zu Störungen des Transports im Bauch und häufig zu Blähungen, einem Erbrechen oder einem Wechsel von Durchfall und Verstopfung zum Beispiel. Solche Symptome sind zwar relativ normal für einen wachsenden und sich an die Umwelt anpassen Organismus, aber für die Eltern und den Patienten doch sehr störend.
Das Bewegen der Kiblerhautfalte als „Tuinamassage“ wie in der chinesischen Medizin können die Eltern leicht erlernen.

Muss eigentlich jedes Kind an der Wirbelsäule untersucht werden?
Es muss natürlich nicht jedes Kind an der Wirbelsäule vom Spezialisten wie dem Facharzt für Orthopädie untersucht werden und es ist auch völlig normal, dass Schreikinder von selbst aufhören zu schreien, wenn sie eine liebevolle Lebensumgebung durch die Zuwendung der Eltern erfahren. Das ist über Jahrtausende so gewesen und wird auch in der Zukunft so sein. Ich beobachte in der Praxis allerdings die Unsicherheit der Eltern über die mannigfaltigen Reaktionsweisen der Kinder.
Störungen der Funktion der Halswirbelsäule sind für den geübten Therapeuten mit einer Technik der manuellen Therapie, einer Tuinamassage und oft Hinweisen zur Ernährung zu behandeln. So wird das Leid der Eltern und des möglicherweise sehr unruhigen Kindes mit Schreiattacken und durchwachten Nächten oft erfolgreich gelindert.
Manuelle Diagnostik und Therapie gehen in der Untersuchung fließend ineinander über. Eine vorsichtige manuelle Lösung der Halswirbelsäule ohne „Einrenken“ ist in der Regel wirksam und hat kein Unfallpotential. Dann löse ich die Funktionsstörungen der Sacroiliacalgelenke. Oftmals kommt es hier zu einem Knackphänomen, was auch für die vorsichtig geführte, rotierende Mobilisation der Lenden- und Brustwirbelsäule gilt. Die Brustwirbelsäule wird in Bauchlage mit Gegenhalt des untergelegten Armes durch Ballendruck vom thorakolumbalen Übergang an in kleinen Schritten mobilisiert. Raritäten im Säuglingsalter vor der Vertikalisierung sind Funktionsstörungen der unteren Halswirbelsäule, üblich hingegen gerade bei asymmetrischen Kindern die relative Fixierung der oberen Brustwirbelsäule und Funktionsstörung auch des zervikothorakalen Überganges und ähnelt damit dem erwachsenen Trainingsmangelmuster des Rundrückens.
Die Mobilisation der Brustwirbelsäule ist von ähnlicher Bedeutung beim Säugling, wie sie Basis zur Therapie der erwachsenen Wirbelsäule ist Die mobilisierende Behandlung reicht in den Übergangsbereich der Brust- zur Halswirbelsäule. In Bauchlage mit sanft rotiertem Kopf löst ein vorsichtig repetitiv mobilisierender Schub des Daumens gegen den paravertebralen Weichteilwulst mit ausreichendem Tiefenkontakt die Wirbelgelenke des zervikothorakalen Überganges.
Auch die unteren Segmente der Halswirbelsäule beim älteren Kind können mit dieser Technik mobilisiert werden, wobei ich " Schiefhälse " im Schulkindalter, die ja in der Regel C2/C3-Pathologien primär aufweisen, in Rückenlage des Patienten behandele und aktuell nach Lasermuskelentspannung unter Mitarbeit des Kindes lösen kann. Der "entzündliche" Anteil des Schiefhalses klingt von allein oder in schweren Fällen (HNO Infekt) mit Ibuprofensaft (oder Homöopathie) ab.
Aus dem typischen Funktionsdefizit der Bewegung mit Schiefhaltung des Kopfes, Rotationsstörung und sekundärer Schiefhaltung des Rumpfes ergibt sich die Indikation zur mobilisierenden Therapie der Kopfgelenke. Funktionsstörungen C2 und C23 einzeln oder kombiniert zu C1 sind nach der Vertikalisierung häufiger und die Regel bei sog. Spät-Kiss Kindern mit senomotorischer Dyskybernese, die damit zum therapeutischen Problem werden können. Das Ziel ist die Normalisierung der Gelenkfunktionen, wobei oft die strenge Systematik der Vielfalt der Natur unterlegen ist.Rezidivierende Funktionsstörungen beim Säugling und Kleinkind trotz exakter Technik weisen auf die Bedeutung des neurologischen Grundmusters, also einer systematischen Pathologie und sind ggf. Indikation zur Krankengymnastik, sicher aber zur Kontrolle im Intervall nach 4-6 Wochen.
Beim Säugling liegt häufig die "Kugel auf dem Berg" und läuft oft allein nach dem richtigen Stoß. Beim Erwachsenen ist das niemals mehr so. Er muss in der Regel trainieren.
Ich plädiere für eine möglichst frühe Behandlung von Kindern, die ein Geburtstrauma erlitten haben, ähnlich wie beim Erwachsenen nach Zervikaldistorsion bei einem Verkehrsunfall, die aufgrund drohender Chronifizierung auch nicht erst nach 6-8 Wochen ohne Diagnostik und ggf. Therapie dem spontanen Verlauf überlassen werden.
Als Kontrollintervall sind 4 bis 6 Wochen je nach Verlauf und Schwere der Primärläsion oder der Entwicklung angemessen. Besteht der Verdacht auf einen schweren Schaden wie drohender spastischer Entwicklung ist eine intensive Behandlung mit Krankengymnastik nach Bobath oder Vojta indiziert.
Manipulationen bei Säuglingen und Kleinkinder sollte nur der Arzt durchführen, der sich intensiv mit der manuellen Therapie beschäftigt hat und diese auch regelmäßig bei Kindern anwendet. Ich halte allerdings nichts von der typisch deutschen Sucht nach Zertifikaten!
Später sind es insbesondere Sprache und Feinmotorik, die über die Karrierechancen in unserer Gesellschaft in stärkeren Umfang entscheiden als das Laufvermögen, was ohnehin im Erwachsenenalter durch die Art des Umgangs mit dem eigenen Körper mehr verändert wird als durch die primäre Fähigkeit, den Körper überhaupt zu bewegen. Symptome hochzervikaler Funktionsstörungen im Schulalter sind Schwindel, Kopfschmerzen und sekundär häufig genannt auch Konzentrationsstörungen. Die Kontrolle der Wirbelsäule auf eine schiefes Wachstum (Skoliose) sollte ab dem pubertären Wachstumsschub bei Mädchen im 10. und bei Jungen ab dem 12. Lebensjahr erfolgen. Asymmetrie gehört dabei zur Lebensdynamik üblicher biologischer Abläufe, die zwischen Chaos und Ordnungszustand wechseln. Auch die Schädelform korrigiert sich in den ersten zwei Jahren in der Regel weitgehend und folgt dann den asymmetrisch interessanten Gesichtern der Eltern.
Vom Arzt wird verlangt, dass er sich zum Schweregrad der Erkrankung und der Prognose äußert. Er sollte eine funktionelle Erkrankung erkennen und behandeln und eine drohende spastische oder hypotone Entwicklung mit möglichen weiteren Differentialdiagnosen und neurologischem Defizit nicht übersehen, was oft nicht einfach ist und wiederholter Kontrolle bedarf.
Auch die beste Kontrolle und Therapie kann aber nicht immer krankhafte Verläufe verhindern, was bei aller Omnipotenz, die sich Ärzte manchmal auch gern zuschreiben lassen, meisten aber doch fürchten, zu bemerken bleibt.
Typische KISS-Kinder mit verzögerter motorischer Entwicklung und pseudozentraler Symptomatik bessern sich oft nach der manuellen Therapie so gut, dass die periphere Steuerungsstörung gegenüber einem theoretischen zerebralen Schaden in den Hintergrund treten kann.
Krankengymnastik ist dann indiziert, wenn sich aufgrund systematischer Pathologie neurologischen Defizits eine Verzögerung der motorischen Entwicklung von mehr als 3 Monaten zeigt, wobei ich dazu tendiere, schon bei 8 Wochen Verzögerung Krankengymnastik zu empfehlen, sicher aber dann, wenn nach einer Kontrolluntersuchung nach 6 – 8 Wochen keine Verbesserung des Befundes eingetreten ist.
Das KISS-Syndrom allein und eine damit verbundene Symmetriestörung ist kein Grund zur Verordnung von Krankengymnastik. Tritt eine Verschlechterung ein, so soll der Arzt die Diagnose präzisieren. "Schieflagesyndrom" oder "Schiefhals" sind dabei ärztlicher Behandlungsgegenstand und bedürfen der präzisen Formulierung und sollten nicht auf einem Gymnastikrezept stehen.
Krankengymnastik wird dann verordnet, wenn der Arzt eine Störung der motorischen Entwicklung, ihre Symptome und damit möglicherweise im Zusammenhang stehende Ursache eingegrenzt hat. Die Diagnose kann deshalb z. B. zentrale Koordinationsstörung mit Funktionsstörung der Halswirbelsäule als Folge geburtlicher Verletzung sein. Dabei nutzt in jedem Fall die Quantifizierung der zentralen Koordinationsstörung.
Eine häufig gestellte Frage von Eltern und Ärzten betrifft die Dauer der Krankengymnastik. Die Antwort ist einfach: Krankengymnastik ist dann nicht mehr notwendig, wenn ein normaler Entwicklungsstand erreicht ist. Wir müssen akzeptieren, dass es Pflicht- und Kürmuster der Entwicklung gibt. Zur Pflicht gehören neben Schmerzarmut die rumpfmuskuläre Kontrolle, die Kopfkontrolle, das Beuge -Synergie - Muster und die Aufnahme gekreuzter Bewegungsmuster, ein ausreichendes Gleichgewicht und eine flexible Wirbelsäule, eine freie normale Gelenkbeweglichkeit, eine normale Hüftentwicklung und normale Fußhaltung ohne Fixierung oder weicher Korrekturmöglichkeit. Wir sollen wie Vojta zwischen Idealität und Normalität unterscheiden. "Ideal" bezeichnet einen sehr fokussierten Zustand getestet mit dem Inventar der Entwicklungskinesiologie nach Voyta. Das Feld des Normalen ist breiter. Der Profi-Golfspieler ist zum Beispiel sehr viel effektiver und hat kürzere Bewegungen in geringerer Auslenkung aus seiner Körperachse als der Laiengolfer, der sehr viel statistischer und damit inkonstanter Bewegungen durchführt. Nicht jede Abweichung von der Idealität wie Adduktionshaltung der Füße, Faustung der Hände oder eine leichte einseitige Betonung des Rumpfes mit Skoliosierung bedürfen der äußeren Hilfe. Bleibt ein Kind aber in seinem Unvermögen fixiert, so liegt die Kugel nicht auf dem Berg. Wir sollen beim Kind ein Handicap nur dann akzeptieren, wenn wir es diagnostiziert und in der Schwere beurteilt haben. Ein Denken mit "Handicap" ist beim Erwachsenen Arthrotiker, also in meinem Alter von 60, sinnvoll und üblich und es ist Teil der Erwachsenenmedizin, den Menschen an seinen Alterungsumbau zu gewöhnen. Beim Kind müssen wir kritischer sein und dürfen keinesfalls z. B. eine spastische Entwicklung oder chronifizierte Funktionsstörung übersehen. So wird also eine schwere zentrale Koordinationsstörung mit spastischer Parese regelmäßig 1-2 x pro Woche zur Krankengymnastik und täglich 5 x mit der Mutter bis zu einem Jahr lang üben, während wir mittelschwere zentrale Koordinationsstörungen, KISS-Syndrome und Asymmetrie vielleicht nur ärztlich im Verlauf kontrollieren müssen.

Das therapeutische Ziel in den ersten Lebensmonaten ist es, die Funktionen des Körpers so herzustellen, dass dem Säugling eine störungsfreie sinnliche und körperliche Kommunikation mit seiner Lebensumgebung und zumal der Mutter gelingt. Ist der „Empfänger defekt“, muss auch die Mutter behandelt werden. Sender und Empfänger wechseln natürlich, aber für das Kind kann die fehlende Kontaktaufnahme mit der Mutter tödlich sein, während die Mutter prinzipiell auch ohne innigen Kontakt mit dem Kind leben könnte. Aber auch ohne Trauma des Kindes ist der überwiegend ungestörte Kontakt zur Mutter lebenswichtig, mit einem Trauma ist er allerdings absolut notwendig.

Das allgemeine Ziel im ersten Jahr ist die ausreichende rumpfmuskuläre Kontrolle und Zuwendung zur Außenwelt, die sich in der Haltung und normalen Lagesicherung zeigt. Es sollen die diagonalen Bewegungsmuster aufgenommen werden, wobei Kinder mit Zeichen mäßiger Reifungsstörung und einer Streckerbetonung der Beine auf beiden Seiten frühzeitig zum Stand kommen können, was allein für sich keine Pathologie ist. Ohne Zweifel ist der therapeutische Aufwand wesentlich größer, wenn bedeutsame funktionelle Störungen und eine asymmetrische Entwicklung erst im 2. Lebensjahr oder später erkannt werden.
Das zweite Lebensjahr gehört der Vertikalisierung, also dem Laufen lernen. Die "Kür" auf diesem Weg schließt Kinder ein, die beim Krabbeln sehr behende einseitig mit adduziertem Bein quasi über den Boden rutschen. Ob hier "versteckte" Pathologien eine Rolle spielen wird diskutiert. Oftmals muss man aber nicht behandeln. Funktionsstörungen betreffen oft den lumbosacralen Übergang und die Brustwirbelsäule. Diese Abweichung kann in der Regel als vorübergehend angesehen werden, sofern Organschäden wie der Hüften ausgeschlossen sind.
Im dritten Lebensjahr erreichen Kinder die maximale koordinative Leistungsfähigkeit und Muskelfasern sind noch zur echten Hyperplasie fähig. Ein Krafttraining ist also möglich und man kann den Kindern sogar Klimmzüge beibringen, wenn es sinnvoll wäre. Diese Ausgewogenheit von Kraft, Geist und Körpergewicht verlassen die meisten wieder nach dem Schulbeginn und erreichen sie auch niemals mehr. Mit 2 ½ sollte ein Kind Drei-Wort-Sätze sprechen und es sind Störungen der Sprachentwicklung feststellen, die sich häufig bei KISS-Kindern finden, deren Funktionsstörung jetzt wieder an die Oberfläche tritt. Aber erst bis zum Ende des 4. Lebensjahres sollten H, P- und SCH am Anfang beherrscht werden. Ich frage die Kinder in der Regel, ob sie „Schule -spielen -springen- kauen- putzen“ sagen können, wobei Stottern und Lispeln aus meiner Sicht nicht zu den typischen, an die KISS-Symptomatik gekoppelten Funktionsstörungen des Bewegungsapparates gehören. Stottern geht aber oft mit einer Steifigkeit der Wirbelsäule einher. Ich habe den Eindruck, dass die Verläufe bei Mädchen gutartiger sind, die Rezidive nicht so häufig auftreten und trotz auch manchmal schwerer funktioneller Störungen Feinmotorik und Sprachentwicklung besser gelingen als beim Jungen, die sich zu sehr unangenehmen, aggressiven Spät-KISS-Patienten sensomotorischer Dyskybernese entwickeln können.
Möglicherweise übersehen wir diese Jungen in der Säuglings - und frühen Kleinkindphase und wenn sie vor allem "sozial" auffallen ist es oft schon zu spät! In der Kindergartenphase sollte bemerkt werden, wenn Kinder eine koordinative Störung der Mund- und Sprachmotorik haben, z. B. die S-Laute nicht gut sprechen und "Dein" statt "Stein" sagen. Es sind die "Krickel-Krackel - Kinder", die den Malstift mit der Faust halten und beim Sprung von der Untersuchungsliege zeigen sie grobe Ungeschicklichkeit als Störung des Gleichgewichts vergleichbar den Bewegungsmuster der Tele-Tubies und häufig auch eine Asymmetrie der Kiefergelenbewegung, die sich bei allen sprechgestörten Kinder findet.
Der Purzelbaum wird oft schon im 3. Lebensjahr geübt, während die Rolle rückwärts erst im fünften Lebensjahr im Turnverein angefangen wird. Kiss Kinder mögen den Purzelbaum nicht! Der funktionsgestörte hochcervicale Bereich wird wie beim Pseudoradikulärsyndrom des Erwachsenen sehr berühungsempfindlich. Oft ist eine psychosoziale Komponente der Spannung zu merken, denn die Eltern negieren nicht selten die Fehlentwicklung und in Familien mit Schmerzvorbildern klagen Kinder über Kopf- und Nackenschmerzen. Nach der Vertikalisierung beobachte ich beim Kind auch sog. Erwachsenenmuster motorischer Funktionsstörung, die vom zervikothorakalen Übergang getriggert werden und damit einem psychosomatischen Bild folgen.
So erinnere ich mich an ein Kind, was in der Schule einen deutlichen Leistungsabfall erlebt hat, den auch der Sportlehrer berichtete mit Fehlhaltung und klinisch typischer Funktionsstörung der Kopfgelenke, der Brust- und der Lendenwirbelsäule, die sich aber wesentlich in der BWS organisierten. Das sehr zurückhaltende und fast schon apathische Verhalten war auffällig und im Gespräch mit der Mutter kam heraus, dass der Vater gegenwärtig einer Chemotherapie unterzogen wird.
Zu merken ist die Organisation psychischer Spannung im asymmetrischen Bewegungsmuster, wie sie dem KISS-Kind ähnelt, ohne dass hier eine typische Anamnese geburtlicher Läsion oder frühkindlicher Entwicklungsstörung vorgelegen hat. Funktionsstörungen der Gelenke finden sich allerdings fast bei jedem Kind und der Unterschied zwischen dem Gesunden und Kranken ist nicht die " Blockade" an sich, sondern die Gesunden können sich aus ihren Funktionsstörungen selbst befreien und die Kranken bleiben in ihnen gefangen und es entstehen Symptome.
KISS-Syndrom ist dabei das Symptombild der Symmetriestörung des Neugeborenen mit körperlich ausgedrücktem Schmerz und Störung der Entwicklung vor allem im motorischen Bereich. Hauptursache der Pathologie ist die Verletzung der oberen Halswirbelsäule durch die Geburt oder begleitende Umstände mit möglicher weiterer Schädigung des Hirnstammes vergleichbar der Zervikaldistorsion des Autofahrers. Motor der KISS-Pathologie ist die anhaltende funktionelle Störung der Gelenkfunktion der oberen Halswirbelsäule mit Verstellung der Sollwerte der Empfindung und damit abnormer Meldung und reduziertem "Arbeitsspeicher" für das motorische Lernen vergleichbar dem chronischen Schmerzsyndrom der Erwachsenenpathologie.
Die für das KISS-Syndrom typische asymmetrische Steuerungsstörung bleibt im weiteren Leben eine immer wieder beobachtbare Erscheinung. Häufig werden dem Orthopäden deshalb Kinder aus Schuleingangsuntersuchungen im 5-7 Lebensjahr und im pubertäten Wachstumsschub Mädchen ab dem 10. und Jungen am dem 12. Lebensjahr mit Skoliosierungen der Wirbelsäule vorgestellt. Unterschiedliche Torsion der LWS in Beugung und Streckung weisen auf das Asymmetriemuster muskulärer Dysbalance während die stets gleichgerichtete Torsion ein strukturelles Fehlwachstum vermuten lässt und eine Röntgenkontrolle fordert. Die Asymmetrie der BWS sieht man gut auch am unbekleideten Oberkörper von vorn.
Beim Erwachsenen ist im Altersrumbau der Wirbelsäule mit eindrehender und setzender Rektion häufig eine Asymmetrie mit - Vorverlagerung des rechten SC-Gelenkes, eine hochcervicale Tendomyose rechts wie bei Linkskonvexität nach Biedermann beim Säugling, eine Störung der Hüftrotation rechts mit Iliopsoas-Verkürzung , eine höhere Empfindlichkeit der linken Körperhälfte häufiger bei Frauen als bei Männern im Bereich der Tibialis-posterior-Loge links und im Upper-limb-tension-test (nach Elvey, vgl. Maitland) der oberen Extremitäten in klinisch einfacher Untersuchung nachweisbar.
Wachstum, Schmerz, psychische Spannung und Trainingszustand sind hier die Motoren asymmetrischer Einstellung, die uns als Grundmuster nach Verlassen der motorischen Erstentwicklung nach dem 1. Lebensjahr erhalten bleiben. So greift der erwachsene Trainingsmangelpatient auf die gleichen Bewegungsmuster zurück, die er als Säugling verlassen hat. Mangelnde Aufrichtung der Brustwirbelsäule ist gekoppelt mit rumpfmuskulärer Schwäche. Die rechte Körperhälfte wird stärker tonisiert und die linke ist schmerzhafter. Funktionsstörungen betreffen die hochcervicale Wirbelsäule, den zerviko-thorakalen Übergang, die Brustwirbelsäule, den lumbosacralen Übergang und die sacroiliacalen Gelenke.
Von Biedermann wissen wir, dass bereits ein Baby funktionelle Störungen haben kann und Brügger und Janda haben sie für die Erwachsenen formuliert. Versteht man nun die asymmetrische Reaktion als äußere körperliche Organisation des Schmerzgedächtnisses, so ergeben sich mit der Erkenntnis einer ziemlich monotonen asymmetrischen Einstellung interessante Aspekte für die praktische funktionelle Orthopädie in der Praxis. Knieschmerzen links beim Rechtshänder gekoppelt mit Tibialis-Posterior -Druckschmerz als muskuläre Dysbalance sollte z. B. nicht zur Arthroskopie oder Diagnose eines Außenmeniskusschadens vor Behebung funktioneller Ursachen führen. Hörsturz und Schwindel haben häufig als Motor psychische Spannung und Stress mit Fixierung der Brustwirbelsäule und reaktivem Asymmetriemuster bis zu den Kopfgelenken. "Motor" ist hier die Psyche und die therapeutische Schiene die manuelle Therapie, die Schädel-/ Ohrakupunktur ggf. verbunden mit der Energetik der Körperakupunktur und das allgemeine Training (Yoga) und übende Verfahren für das Bewusstsein wie Meditation und ggf. eine Psychotherapie. Der Idee funktioneller Erkrankung soll auch eine Orthese folgen. Korrigierende Helme für die Schädelasymmetrie, schwere Orthesen an den Füßen, wie sie z. B. die Anti-Varusschuhe darstellen, wenn es nur um eine leichte asymmetrische Einstellung geht oder Apparate, um das Überstrecken des Kopfes zu verhindern, sind oft Überversorgung und nicht notwendig.
Offensichtlich können körperliche und seelische Traumen das generelle Grundmuster asymmetrischer Organisation der Spannung am Bewegungsapparat aktivieren und schon im Kindesalter chronifizieren!
Die Familie macht dabei die Prognose und nach meiner Erfahrung und nicht nur nach der TCM ist es wichtig, die Mutter zu kräftigen. Die Mütter sollten nach der Rückbildungsphase neben ausgewogener gemüsereicher und warmer Ernährung an übenden Verfahren wie Yoga teilnehmen, was die Väter von ihrem Zeitkonto investieren müssen! Für die Entspannung eines Erwachsenen scheint es wichtig zu sein, dass er in der Lage ist, Körper und Geist zu verbinden. Ausgewogen und gelassen zu sein ist „Symmetriesierung“ und setzt eine normale psychische Konstitution voraus, so dass Arbeiten, Lieben und das Kümmern um andere Menschen möglich wird. Im Erwachsenenalter liegt die Kugel allerdings nicht mehr auf dem Berg, sondern im Tal und rollt ohne Energie immer wieder in die Ausgangsposition zurück.
Die Mitarbeit der Eltern zum Beispiel mit der Tuinamassage reduziert die Angst um ein "Syndrom" und lässt gleichzeitig die Reflexion auf Spannungsursachen in der Familie zu.
"Angst" und "Sorgen" haben hohe Wachstumsraten in unserer Gesellschaft. Die Funktionsstörung der Kopfgelenke der Halswirbelsäule ist beim Erwachsenen längst ein allgemeiner Stress - und Spannungsparameter, der als Schwindel,Spannungskopfschmerz, Störung der Konzentration und Gefühlsschwankungen einscheinen kann. Zusammenhänge zum Stoffwechsel sind dabei die Regel (Leber/ Galle / Darmstörungen durch Nahrungsmittel und Stress). Die “wieder entdeckte” Kibler- Hautfalte führt auf den Weg. Mit ihrer Hilfe werden bindegewebige Quellungen erkannt.
Die erfolgreiche Behandlung dieser Symptome mit Akupunktur , die bei ähnlicher mechanischer Problematik auch beim Säugling mit angepassten Techniken gelingt, führt auch dort zur Diskussion über Ursachen oder auch nur "Triggern". Die Akkupunkturdiagnostik legt es nahe, an eine Übertragung von Information auf elektomagnetischem Weg zu denken. Ich nutze diesen Weg z. B., um über die Mutter das Kind zu entspannen und es dann besser behandeln zu können, was eingangs bereits bemerkt wurde.
Viel wichtiger ist mir aber die Erkenntnis, dass mit der Möglichkeit eines nonverbalen Informationsaustausches von Mensch zu Mensch die Familie selbst ungemein wichtiger wird als irgendeine wie auch immer geartete medizinische Therapie! Auch wenn man nicht an Akupunktur und nonverbalen Informationsaustausch zwischen eng miteinander umgehenden Menschen ( “ die im gleichen Feld sind”) glauben mag, so muss man doch die hohe Bedeutung von vertrauten Bezugspartnern für die Entwicklung eine Kindes erkennen. Jedes Praxisgespräch nach Abschluss einer " Kissbehandlung" weist auf diesen wesentlichen prognostischen Wert familiärer stabiler Beziehung hin. Wer Ken Follett mag, kann in seinem Buch “Der dritte Zwilling” z. B. die große Bedeutung der Lebensumgebung für die Entwicklung der Problemgruppe “Männer” dieser Gesellschaft in der unterhaltsamen Trivialliteratur verfolgen.
Oft finden sich auch Störungen der Kopfgelenke bei den Müttern und/oder Geschwistern, fast nie bei den Vätern, die allerdings viel weniger häufig die Kinder zur Untersuchung begleiten. Nach der TCM Mutter - Kind Regel führt eine Stärkung der Mutter auch zur besseren “Energie” des Kindes. Der praktische Rat ist, dass die Mütter sich auch Zeit für sich selbst nehmen sollten.
“Störherde” können auch schon bei Kindern eine Rolle spielen. “Amalgam” als Zahnmaterial der Mutter und wiederkehrende Zahnbehandlungen der Mutter in der Schwangerschaft können Hinweise auf Ursachen muskulärer kindlicher “Verspannung” oder “Hypotonie” sein.
Die Händigkeit der Eltern kann Hinweise für die Prognose bei asymmetrischer Entwicklung liefern. Sind beide Eltern Rechtshänder, wird es das Kind voraussichtlich auch. Besteht dann eine Linksseitvorliebe (Hinterhauptabflachung links), so ist die Prognose besser als bei Betonung der rechten Körperseite, denn die genetisch dominante Seite wird in aller Regel nicht die Schwächere bleiben. Ist aber - wie häufiger- die rechte Seite bevorzugt und sind die Eltern Rechtshänder, so wird die Differenz zwischen linker und rechter Körperseite größer und bleibt es auch.
Von den Erwachsenen kommt die Beobachtung, dass weibliche Linkshänder in den Kopfgelenken nahezu spiegelbildlich zu den Rechtshändern reagieren.
Je nach Stressantrieb kann aber am Lenden-Becken-Übergang durchaus das gleiche muskuläre Verkürzungsmuster wie beim Rechtshänder gefunden werden. Der männliche Linkshänder ist oft ein “Beidhänder” oder “Umerzogen” durch die rechtshändige Mechanik seiner männlichen Lebensumgebung. Es ist immerhin bemerkenswert, dass alle amerikanischen Präsidenten Linkshänder sind. Vielleicht ist die Fähigkeit, viele gedankliche bewusste und unbewusste geistige Funktionen durchführen zu können ("Multitaskingfähigkeit) damit verbunden.
“Flexibilität” scheint ein allgemeiner Vorteil der Frauen zu sein. Sie sind in der Regel multitaskingfähiger, weniger aggressionsbelastet und feinmotorisch und sprachlich begabter als die Männer, was die in aller Regel guten Verläufe bei Mädchen und häufiger problematischen bei Jungen zeigen. Jungen sind die Kiss-Problemkinder!
Nach Kaiserschnittentbindung finde ich in der Regel Funktionsstörungen der Kopfgelenke! Eine manuelle Therapie in den ersten Lebenswochen ist möglich, wird aber nicht an der Uni oder in einer Facharztausbildung gelehrt und weicht erheblich von der Therapie bei Erwachsenen ab. Es geht hier niemals ums “ Einrenken”, sondern um vorsichtige Techniken der manuellen Therapie, die mit Tricks wie dem Laser, Tuina Massage, Wärme und Ohrstimulation unterstützt werden können.
Kinder sind bis zum dritten Lebensmonat “Traglinge” und die Entfernung aus der Nähe des Mutter/ Vaterkörpers in Tragevorrichtungen, Wagen , Wiegen und Betten vermittelt nicht genügend physikalische Kraft von außen, so dass Störungen der Funktion wie KISS oft erst symptomatisch werden können. Kindertragen (vor dem Bauch, auf dem Rücken etc.) dient zur Vermittlung von Bewegung in der Zeit, wo das Kind es selbst noch nicht kann. Ab dem vierten Monat werden unsere gut genährten Kinder für die oft relativ untrainierten Mütter zu schwer und heben und tragen muss rückenschulgerecht erfolgen und provoziert oft Rückenschmerzen.
Bei Kindern mit Hüftdysplasie finde ich in der Regel Funktionsstörungen der Kopfgelenke und mit diesen der Kreuzdarmbeingelenke. Üblich ist die Verzögerung der linken Hüfte bei typischer Lieblingsseite rechts und damit ist eine Hüftdysplasie Hinweis auf eine zentrale oder wenigsten pseudozentrale (wie bei KISS) “Halbseitenschwäche”. Die Vojtatherapeuten wussten das schon immer und ihnen sind oft die Ruhigstellungsmethoden der Schulorthopäden suspekt. Was tun? Meine Beobachtungen zeigen, dass alles unter einen Hut zu bringen ist: Immer Vojtatherapie bei Hüftdysplasie III a als neurologischer Halbseitenschwäche und ggf. II D - bei schlaffem Kind, Tübinger Hüftbeugeschiene und manuelle Therapie der Kopfgelenke und SIG und sonographische Verlaufskontrolle. Hypothese: Die Hüftdysplasie des Säuglings ist ein Symptom einer Halbseitenschwäche und damit eigentlich ein neurologisch begründetes Krankheitsbild. Orthopädisch ist es allerdings sehr erfolgreich zu behandeln, wenn es in den ersten Lebenswochen in der obligaten Ultraschalluntersuchung erkannt wird.
Das “Kopfnickerhämatom” ist kein Bluterguss, sondern eine ödematöse Auftreibung im M. sternocleidomastoideus (nach wiederholter unabhängiger Ultraschalluntersuchtung), ist wahrscheinliche Verletzungsfolge, aber keine einfache “Verkürzung” des Muskels. Ein Zusammenhang mit der Funktionsstörung im Segment C23 der Halswirbelsäule kann wegen der segmentalen Versorgung bestehen. Bewährt hat sich nach der Mobilisation der Kopfgelenke die vorsichtige Extension im Segment C23 ohne Überstreckung des Kopfes zur Lösung des Gelenkes. Die abnehmende Schwellung des Muskels weist auf die erfolgreiche Therapie der Halswirbelsäule. Dehntechniken des verletzten Muskels empfehle ich nach dieser Beobachtung segmentalen Zusammenhanges nicht mehr! Wahrscheinlich wird nämlich im noch gesunden Bereich gedehnt und ggf. überdehnt und der relativ harte Muskel im “Stressbereich” wird nicht erreicht. Ich erkläre die relativen Erfolge der Krankengymnastik bei “Dehntechniken” mit der damit verbundenen unspezifischen Mobilisation der Halswirbelsäule - aber das geht ja spezifischer!
Die Beratung über die Ernährung ist längst nicht mehr Hobby. Sie ist Therapie in der Erwachsenenmedizin meiner orthopädischen Praxis und reduziert dort die schulmedizinische Pharmakologie in erstaunlichem Umfang!
Die Kiblerhautfalte gehört jetzt zum Standard meiner Untersuchung. Sie wird zur Therapie als Tuinamassage, wenn das Drehen der Fetthautfalte von unten nach oben etwa im Verlauf des Blasenmeridians mit einem Ausstreichen nach unten verbunden wird. Die Indikation der chinesischen Kollegen ist vor allem die Schlafstörung bei Kindern, aber schon beim Neugeborenen können “Verklebungen” so gelöst und Hinweise für Störungen im Stoffwechsel entdeckt werden.
3 Monatskoliken bei gestillten Säuglingen sind auch über eine Umstellung der Ernährung bei den Müttern zu reduzieren. Viele junge Mütter “naschen” zu viel und eine Ernährung mit wenig Getreide in der Kombination mit Zucker (Kekse und Kuchen) und Zucker/Fettkombinationen (Schokolade, Nuß Nougat Creme etc) ist geboten. Ohne Frage ist zu vermuten, dass die Kiblerhautfalte auch bei diesen Mütter oft schmerzhaft verklebt ist! Bestehen sogar regelmäßig Blähungen bei der Mutter, sind Getreide oft eine Ursache, die mit Auslassversuch nachgewiesen werden kann.
Bei den Vätern ist die Belastung trotz ausreichender Sportaktivität häufig in der Leberprojektionszone in der unteren Brustwirbelsäule zu finden. Psychischer Ausgleich, Yoga und die Mariendistel können nach ärztlicher Aufklärung der Beschwerden wie Spannungskopfschmerzen, unspezifischen Oberbauchbeschwerden oder Reizbarkeit und Durchschlafstörungen (Leberzeit 1-3 Uhr!) helfen.
Reis, Kartoffeln und gegarte Gemüse werden in der Regel vertragen. Vollmilch gehört für Erwachsene nicht zu einer notwendigen Ernährung!
Der körperlich Geschwächte sollte überwiegend eine warme Kost zu sich nehmen. Die Verdauung von Rohkost am Abend stört manches Mal den Nachtschlaf. Auch für Mütter und Väter gilt, dass ihre Kiblerhautfalte weich ohne Schmerzen den Rücken hinauf zu bewegen sein sollte! Deshalb sollen sie vor der Anwendung an ihrem Kind auch bei sich selber üben!

Update Juli 2014:
In der Beobachtung ist seit langem schon das Stoffwechselverhalten der Neugeborenen in Verbindung zu Mutter. Es erhärtet sich der Verdacht in der Beobachtung, dass die sogenannten 3 Monatskoliken als "Reizdarm" aufgefasst werden können. Reizdarm hat immer eine Verbindung zum Stresssystem des Körpers, zur Schilddrüse, zur Darmflora und ist mit einer reduzierten Verdauungsleistung verbunden. Wie beim Erwachsenen führt der klinische Befund gegenüber technischen oder Laboruntersuchungen! Das verwirrt oft, weil doch normale Blutwerte vorhanden sind. Dann muss das Kind doch gesund sein! Es geschieht also immer häufiger, dass zum Beispiel eine Homöopathie wie Selenium in einer Kombination mit Symbioflor(R) sinnvoll sein kann. Sie sollte aber ärztlich nach dem subtilen Befund entschieden werden. Dazu gehören Stressmuster der Anspannung und eine Störung der Lateralität in der Akupunkturdiagnostik ebenso wie typisch verstrichene Kiblerfalte und Funktionsstörungen der Wirbelsäule und eine auffällige Neurologie in der Kinesiologie nach Vojta.
Hinweise ergeben sich auch aus dem Schwangerschaftsverlauf. Trennungen vom Partner in der Schwangerschaft oder der Tod von nahen Angehörigen, schwere Erkrankungen wie Krebs von Mutter oder Vater führen bei der Mutter zur Angstreaktion. Im längeren Verlauf und unbearbeitet ist dann ein Reizdarm die Folge und der Embryo und später das Kind im Mutterleib machen alles mit. Wir kommen eben nicht mit einer "unbespielten Festplatte" auf die Welt. Mit diesen Beobachtungen ist Säuglingsbehandlung immer systemisch anzulegen! Der Kinderarzt müsste also bei Säuglingen immer auch einen Blick auf die Geisteszustände und den Stoffwechsel der Mutter werfen, damit er den Zustand des Kindes verstehen kann. Für die Therapie von Stress- und Spannungszuständen der Kinder ist das schulmedizinische Lehrbuchwissen nicht umfassend genug. Die pharmakologisch dominierte Universitätsmedizin halte ich auch nicht mehr in der Lage, eine Forschung über die komplexen Zusammenhänge der menschlichen Interaktionen auszuführen.
In diesem Zusammenhang weitere Beobachtungen. Mit der psychologieschen Körperanalyse finde ich bei psychiatrisch auffälligen Kindern und Jugendlichen trotz Psychopharmakologie weiterhin körperlichen Zeichen von Reizdarm, Angst und Aggression! Die aus meiner Sicht basalen und wichtigen Umstände unserer Existenz werden also pharmakologisch überhaupt nicht erreicht! Es gelingt mithin eine Dämpfung unbewusster Impulse, was natürlich therapiebereiter machen kann. Dann sollte es subtil weitergehen. Auch Psychiater und Psychologen brauchen ein Wissen über die wechselseitigen Stoffwechselbeziehungen von Körper, Bewusstsein und Unterbewusstsein (egal, welcher Schule man angehört und diese Begriffe noch unterteilt).Wird fortgesetzt mit den Erkenntnissen der modernen Säuglingsforschung und Neurowissenschaften –

Wann? Gute Frage!
2018 mit dem Buch über Psychologische Körperanalyse.


Ergänzung - Lagerungsbedingte Schädeldeformitäten (aus der aktuellen Diskussion Nds. Ärzteblatt/Dtsch. Ärzteblatt)
zum Thema:

„Lagerungsbedingte Schädeldeformitäten (Dtsch Aerzteblatt 2017;114:535-42)“
In der vorgelegten Arbeit werden die aktuellen Erkenntnisse über Deformitäten des Säuglingsschädels umfassend vorgetragen. Der Ursache-Wirkungsmechanismus abweichender Schädelform bleibt in der morphologisch betrachtenden Wissenschaft ungelöst. Soweit, so gut, wenn nicht das Verschulden eines Kinderarztes am Schweregrad einer Lagerungsasymmetrie durch die Schiedsstelle für Arzthaftpflichtfragen (Nds. Ärztebatt 2017;90:22-24) aufgrund von Dokumentations-, Behandlungs- und Aufklärungsmängeln festgestellt worden wäre. Mit dieser Entscheidung aus Niedersachsen wird das idiopathische Spiel der Natur zur behandlungsbedürftigen Krankheit qualifiziert. Formvarianten des Schädels sind demnach im frühen Verlauf zu quantifizieren, zu dokumentieren und mit dem Ergebnis die Eltern aufzuklären, die Lagerung zu beraten und ggf. müssen weitere medizinische Behandlungen erfolgen, will vor allem der Kinderarzt keinen Haftpflichtfall riskieren. Kreative Juristen, aber auch eine Krankenversicherung könnten aus dieser Entscheidung eines angesehenen medizinischen Fachgremiums auch alle weiteren theoretischen Folgen asymmetrischer Formgebung des Schädels mit Wirkung zum Beispiel auf das Neurocranium, die Kieferfunktionen/Zahnkorrektur verfolgen und möglicherweise verlöre die Skoliose der Wirbelsäule in einigen Verläufen ihre idiopathische Unschuld. Man hätte ja jetzt einen Schuldigen im Arzt gefunden! Im einfachsten Modus wird zur „Lagerungstherapie“ des Säuglings durch die Eltern geraten. Es ist eine Methode ohne wissenschaftlichen, wohl aber empirischen Hintergrund und reiche wohl aus, um einen Haftpflichtanspruch abzuwehren. Osteopathie, manuelle Therapie, Krankengymnastik und viele weitere Verfahren werden betroffenen Eltern nicht selten privat zu bezahlen aufgedrängt oder von ihnen nachgefragt, was auch für die Helmorthese gelten kann. Es fehlen aber gegenwärtig für alle aufgeführten therapeutischen Wege eine sichere ursächliche Diagnose und kontollierte klinische Studien. Nur auf sie könnten Richtlinien gründen, deren Abweichen vom Arzt individuell begründet werden müsste, um einem Haftpflichtanspruch zu entgehen. Aus eigener Erfahrung scheint es geboten, im klinischen Befund neben der Formveränderung vor allem nach neurologischen Störungen zu suchen. Sofern eine rechtsseitige Abflachung des Kopfes mit eine Halbseitenschwäche links z.B. in der Reflexkinesiologie nach Vojta kombiniert, besteht zumindest ein ärztlicher Kontroll- und Dokumentationsbedarf. Die Heilmittelrichtlinien sehen keine Verordnungsmöglichkeit von Krankengymnastik wegen einer einfachen Schädeldeformität vor, auch wenn es die Eltern oft wünschen. Diese funktionelle Therapie setzt eine ärztlich diagnostizierte Fehlfunktion voraus, nicht die Meinung eines Physiotherapeuten, die oftmals aber sehr gut beobachten und ebenso klinisch untersuchen können! Funktion und Form hängen mit eigenständigen Algorithmen nicht nur beim Säuglingsschädel zusammen. Fokussierte man demnach mehr auf die Funktion mit einem neurologischen Hintergrund, kommen für die Physiotherapieverordnung ICD Diagnosen ab G80.x mit der Indikation ZN1a-c zum Beispiel infrage, die nicht dem Heilmittelbudget angerechnet werden. Spätestens also z.B. bei einer Schädelasymmetrie und einer signifikanten Verzögerung der motorischen Entwicklung sollte an ein Zusammenwirken von äußerer Form und Funktionen gedacht werden. Ich plädiere demnach für eine simultane und subtile Beobachtung und klinische Untersuchung von Form und Funktionen, um den dynamischen Motor krankhafter Entwicklung zu charakterisieren. Auf der einen Seite sind dann häufig Spontanverläufe stadiengerechter allgemeiner Entwicklung ohne jegliche Therapie mit einem guten klinischen Ergebnis für die Morphologie und Funktionen zu erwarten. Auf der anderen Seite bedürfen die Kinder mit dem Grad einer „Störung der Symmetrie“ in der Regel als neurologisches Symptom mit und ohne Schädelasymmetrie und einer Verzögerung der sensomotorischen Entwicklung einer fachübergreifenden Beobachtung und Therapie. Die Mitteilung aus Niedersachsen lässt nicht erkennen, dass im Gutachten und der Entscheidung des Ärztegremiums ein neurologischer Befund eine Rolle gespielt hat. Wäre es so, dann hätte man beliebig lagern können und das Ergebnis für die Schädelform wäre ebenso spekulativ geblieben wie die aktuelle Annahme des ärztlichen Gutachters.
Mittlerweile sehe ich Patienten, die von mit vor mehr als 20 Jahren mit einer Schädelasymmetrie - und damals nannten wir es auch Kiss-Syndrom - behandelt wurden. Bemerkenswert ist, dass über Jahrzehnte keine Symptome bemerkt werden müssen, aber schicksalhafte Lebensereignisse wie der Tod der Mutter, erlittene Traumen oder schwere allgemeine Erkrankungen eine Halbseitenschwäche im körperlichen Ausdruck wie bei der frühen Störung „reinszenieren“ lassen. Die Heftigkeit des vegetativen und emotionalen Ausdrucks vor allem im körperlichen Befund lässt dabei an die Wiederholung einer existenziellen Notlage wie beim Neugeborenen im psychischen Aktualkonflikt denken. Finde ich also als „Denkmal“ früher Erfahrung eine Schädelasymmetrie beim Erwachsenen, kann eine multimodale Therapie von Körper- und Psychodynamik nachhaltiger sein als der eindimensionale („naive“) Bezug zur Morphologie zum Beispiel einer Bandscheibe.


Dazu passt auch die Diskussion über 1."Dissoziative Störung", 2."Konversionsstörung", 3."Somatisierung", 4."Somatoforme Störung", 5."Hysterie/histrionische Persönlichkeit im Kapitel Trauma .