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Die psychologische Körperanalyse

Die psychologische Körperanalyse erfasst psychische und körperliche unbewusste Funktionen des Menschen mit einer klinischen Untersuchung. Zu ihr gehören die Körperhaltung, der Grad, die Art und Weise der Muskelspannungen, die Wirbelsäulen- und Gelenkfunktionen, der vegetative äußerliche Ausdruck innerer Organfunktionen sowie Reflexantworten in neurologischen Tests. Sie charakterisieren automatisierte Funktionen des Körpers zur Bewältigung der Lebensaufgaben und bilden gleichzeitig die Psychologie des Menschen ab. Die Annahme eines systematischen und nicht zufälligen Einklangs unbewussten Körperausdrucks erlaubt es, von einer psychologischen Körperanalyse zu sprechen. In ihr manifestiert sich der notwendige Lebenskampf, der die Anpassung an den Lebensraum in sozialen Gruppen und Beziehungen ihrer Mitglieder einschließt. Die Psychotherapie nutzt bislang zwar die sprachlichen, emotionalen und affektiven Reaktionen in der therapeutischen Interaktion. Der materielle Körper des Patienten oder Klienten bleibt aber ausdrücklich von der Untersuchung ausgenommen. Die körperliche Distanz von Klient und Therapeut ist nahezu Grundgesetz der psychotherapeutischen Arbeit der gegenwärtig nach dem Psychotherapeutengesetz in Deutschland zur kassenärztlichen Therapie zugelassenen Schulen. Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist deshalb bislang körperlos, auch wenn die wissenschaftlichen Ergebnisse der Gehirnforschung komplexe Verbindungen, Regulationen und Abhängigkeiten von Geist und Körper nachweisen. Psychotherapie und Organtherapie werden sorgsam getrennt und ohne Abstimmung mit der expliziten Annahme vorgenommen, dass an unterschiedlichen „Werkstücken“ gearbeitet werde. Mit bestem naturwissenschaftlichen Hintergrund sektoraler Betrachtung trennt die moderne Medizin des 21. Jahrhunderts, was Jahrtausende lang zuvor als Ganzheit des Menschen in den medizinischen und religiösen Traditionen über Krankheit, Gesundheit, Alter und Tod, also mithin dem Lebensschicksal erkannt, gedacht, aufgeschrieben und gelebt wurde. Dem „Seelenarzt“ oder psychologischen Psychotherapeuten fehlt in der Regel im praktizierten Medizinsystem die Routine oder das handwerkliche Rüstzeug körperlicher Untersuchung. Der sichere Boden des Körperarztes ist die Organerkrankung, die er neben seinem am Körper erhobenen Befund durch eine technische und blutchemische Diagnostik absichert. Der Verweis auf „seelische Ursachen“ erfolgt oft dann, wenn der Patient bis auf seine Empfindungen sonst „nichts hat“, also Normalwerte technischer, blutchemischer und körperlicher Befunde ohne Organschäden angetroffen werden. Oft muss sich dazu der Organarzt wie beim „Schiffe versenken“ durch Ausschlussdiagnosen absichern. Häufig ist „Wasser“, aber beim „Treffer“ wird in die Tiefe gegangen. Im kurzen Takt werden in der Praxis und in der Klinik Entscheidungen über Menschen gefordert, deren Krankheitsvorgeschichte und körperliche Zeichen nicht im Lehrbuch stehen und deshalb nicht einfach zu digitalisieren sind. Manche Menschen irren schon sehr lange im medizinischen System herum, haben auch viele digitale Diagnosen angesammelt, nehmen oft mehr als 4 oder 5 Medikamente am Tag ein und sind weder schmerzarm, vital, glücklich oder gar zufrieden. Kliniken sind heute oft Spezialkliniken und zur Abrechnung einer stationären Leistung mit einem Gewinn für das Krankenhaus ist eine sichere digitale Diagnose erforderlich, am besten schon vor der Aufnahme mit einer definierten Leistungsanforderung wie in der Orthopädie ein Hüftgelenkersatz aufgrund eines Hüftverschleißes. Nur große Krankenhäuser leisten sich noch den Luxus, bei unsicheren Diagnosen und Beschwerden verschiedene Fachgebiete diskutieren zu lassen. Noch seltener ist es aus Sicht eines niedergelassenen Arztes anzutreffen, dass eine multidisziplinäre Zusammenarbeit in einer medizinischen Einrichtung zu einem hilfreichen und besseren Konzept für den Patienten führt. Ich bin mir nach über 30 Jahren Erfahrung in der Medizin nicht sicher, ob wir Ärzte und Psychotherapeuten so gut als Firma zusammenarbeiten, dass wir gemeinsam „ein Auto“ bauen könnten! Es funktioniert allerdings objektiv nicht so schlecht, wie es jetzt scheinbar geklungen hat, weil immer wieder gute Einzelspieler - und von denen gibt es viele in der Medizin - durch ihren außergewöhnlichen Einsatz und ihr hervorragendes Wissen das verloren geglaubte Spiel noch herumreißen können. In diesem Buch wird deshalb für weniger Soloeinsatz, einer gemeinsamen Sprache, „über den Zaun fressen“ und abgestimmten Handlung der Altvorderen, Platzhirschen, Stammspieler, Newcomer und Schüler plädiert. Die Trennung von Psychologie und materiellem Körper ist dabei ja nur die Spitze des Eisberges! Wenn der körperliche Kontakt zum Patienten oder Klienten nicht möglich ist, verbindet man sich vor allem über die Sprache. Automatisch wird der ganze Mensch „mit allen seinen Zellen“ in den Kontakt einbezogen. In der Psychoanalyse zum Beispiel werden in der Regel nicht bewusste innere Bilder, Affekte und Emotionen von sich selbst und dem Mitmenschen erfahrbar. Die tieferen und älteren Hirnareale wie das limbische System und der Hirnstamm können sich ohnehin nicht mit Worten verbinden und melden sich zum Beispiel als Mimik, Haltung, Körperspannung, Bewegung und ihre Spontanität lässt einen Blick in die vegetativen, automatischen Funktionen zu. Diese Information fließt neben den ausgetauschten Erregungen, die der Therapeut im Patientenkontakt in sich als seine Körperantwort spüren lernt, in die gegenwärtige Psychotherapie ein. Affekte und Emotionen mit ihren vegetativen Folgen im Arzt/Therapeut-Patient/Klient-Kontakt werden in der Tiefenpsychologie als Übertragung/Gegenübertragung bezeichnet und sind einer achtsamen Erfahrung des Wachbewusstseins zugänglich. So werden sie zu Werkzeugen in einer Psychotherapie, die diese Phänomene nicht nur zufällig erlebt, sondern bewusst einzusetzen weiß. Die Untersuchung des begleitenden körperlichen Ausdrucks scheitert an der bereits diskutierten „Abstinenz“ vor einem Hautkontakt und manchmal auch mehr mit dem Therapeuten, schützt den Patienten oder Klienten aber auch vor dem Missbrauch körperlich ausgedrückter Dominanz oder Begierde. Psychologische Psychotherapeuten können nicht körperlich untersuchen und psychotherapeutisch und psychiatrisch tätige Ärzte beherrschten es zwar theoretisch nach ihrem Studium, folgen aber dann in der Regel den sektoralen Grenzen des Fachgebietes. Auch der Kardiologe untersucht ja nicht die Schulter und Hüftbewegung, warum sollte es dann ein Psychiater tun? Nun, ganz einfach, weil er wie der Kardiologe einen kompletten Menschen vor sich hat. In meinem eigenen Fachgebiet der Orthopädie wird das rechte Bein zum Beispiel vergleichbar zum Auto oft als „rechte Vorderachse“ angesehen und bei Schmerzen repariert. Ich diskutiere diese modernen Sichtweisen im weiteren Verlauf des Buches anhand von Beispielen. Die Grundidee westlicher Psychosomatik bezieht zwar den Körper ein, gibt aber die Richtung vor. Die Straße führt vor allem vom Gehirn und seinen komplexen Funktionen zum Körper hin. Der Körper wird insoweit in der psychosomatischen Therapie zu einer Funktion des bewussten und unbewussten Geistes, wohl behandelt, aber als nachrangig angesehen. In der psychologischen Körperanalyse sind Körper und Geist gleichrangig. Im einer weiteren Anpassung des herrschenden Paradigma könnte dem evolutionären Sinn des „Säugetiers Mensch“ nachgegangen werden. Der Geist würde als Funktion des Körpers betrachtet, dessen Großhirnentwicklung zum Überleben notwendig war. Die Evolution hatte wahrscheinlich das Smartphone nicht im Visier! Der vielfältigen Sprache, den Bildern und Gedanken des Geistes, seiner Emotionen und Affekte in einer Psychodynamik und ggf. Psychoanalyse würde eine ebenso komplexe Körperdynamik gegenübergestellt. Die Körperanalyse erhält durch ihre Verbindung zu den mentalen Funktionen das Adjektiv „psychologisch“. Es bezieht sich vor allem auf die schon früh beim Kind noch in der vorsprachlichen Zeit erlernten oder besser in der Bindung erfahrenen Affekte und Emotionen in ihrem körperlichen Ausdruck. Sie sind nach meiner Auffassung ein Bindeglied zwischen den niederen und höheren Zentren des Gehirns. „Wörter“ und „Grammatik“ ihrer „Sprache“ sind Szenen, Bilder, Symbole und ihre jeweiligen komplexen Bezüge zu den Körpererfahrungen, die schon vor der Geburt (pränatal) geprägt werden können. Nach der klinischen Erfahrung mit Achtzigjährigen drücken diese ihre Affekte und Emotionen körperlich nicht anders aus als ein Kleinkind. Ihr sprachliches Vermögen allein, innerliche Impulse zum Beispiel als Fluch, Beschimpfung oder Danksagung zu äußern, verändert nach meiner klinischen Erfahrung nicht die unbewussten Körpermuster. Die psychologische Körperanalyse unterliegt demnach keiner Altersbegrenzung, weil mit ihr die relativ zeitlosen Basisfunktionen menschlich - „säugetierhaften" Verhaltens niedriger Hirnzentren abgefragt werden. Die interessanteste Vermutung liegt aber in der Interpretation der Ergebnisse. Die Analyse verrät danach die Ergebnisse komplexer Kommunikation der vegetativen nervösen Zentren des Bauchraumes, des Hirnstamms und limbischen Systems. Es schlägt die anatomische und funktionelle Brücke zum Neocortex, unserem Erfahrungsbereich der Selbst- und Ich-Funktionen. Die im limbischen System verarbeiteten und gespeicherten Affekte und Emotionen sind das Gedächtnis, die „Botschafter“ und „Vermittler“ zwischen dem materiellen Körper und seinem Bewusstsein. Eine Einsicht in diese unbewussten und lebenswichtigen Mechanismen ist für das Verständnis des Menschseins und die Erkenntnis scheinbar fehlerhafter Funktionen, ihrer Eigenheiten und Prinzipien in Wissenschaft, Forschung und Therapie immens. Der Psychotherapeut gleich welcher Schule bliebe ebenso wie der Psychoanalytiker „bei seinen Leisten“. Er könnte sich aber auf dem eigeschlagenen Weg einfach überprüfen, wenn der Körper des Klienten oder Patienten eine ganz andere Geschichte erzählte, als seine Exploration, seine Intuition und der Verlauf einer Therapie offenbarte. Der Chirurg, Orthopäde, Internist, Hausarzt oder Kardiologe…., könnte sich vor einer Operation, danach oder im Verlauf einer Pharmakotherapie den biologischen Einklang als „ökologische Wirkung“ auf den „Gesamtstaat Mensch“ immer wieder einfach vor Augen führen. Die Mehrkosten persönlichen und zeitintensiven ärztlichen Aufwandes würden nach meiner Erwartung von der besseren Effizienz medizinischer Interventionen finanziert. Patienten und Klienten würden sich vollständiger verstanden fühlen. Arzt und Therapeut wären gemeinsam glaubwürdigere Zeugen des Krankheits- und Heilungsprozesses. Patient und Arzt/Therapeut nutzen die gleiche Sprache ihrer Empfindungen und des eigenen Körpers. Die wechselseitigen Deutungen von Arzt und Patient bliebe im idealen Fall auf Augenhöhe ohne „implizite Hoheit“ und der angeleitete therapeutische Prozess könnte sich im Patienten oder Klienten synchron bewusst, unbewusst und materiell - körperlich realisieren.

Gibt es ein Seminar zur Körperanalyse?
Das Curriculum steht im Verlauf 2018. Nach dem Buch über Ernährung (Die 6er Regel) und der "Meditation als Selbsterfahrung" als Option auch autodidaktischen Zugangs (Erschienen im Herbst 2015 Meditation ) mit der verantwortlichen Auseinandersetzung von Geist und Körper wird die psychologische Körperanalyse zum Werkzeug des Arztes, psychologischen Psychotherapeuten aller Schulen, allen psychotherapeutisch und ganzheitlich tätigen Therapeuten und nicht zuletzt intessierten Laien. Auch in der Praxis wird der ganzheitliche Ansatz vom Patienten sehr geschätzt - bis er auch die Tücke dahinter erkennt. Es wird nämlich nicht alles zum Beispiel naturheilkundlich und schulmedizinisch zusammen und umfangreich behandelt. Das Kümmern geschieht zunächst aufrichtig, ist aber endlich. Das Gegenteil kann sogar der Fall sein, wenn die Fähigkeit zur Übernahme der eigenen Verantwortung wohl vorhanden ist, aber vom Arzt oder Therapeuten immer wieder die Funktion als "Leuchtturm" wie in einem Mutter-Kindverhältnis verlangt wird.
Medizin wie die Bauhausarchitektur - das Wesentliche erkennen und behandeln, die Verantwortung aber unbedingt beim Patienten lassen und entwickeln, ist das durchgehende Prinzip. Das Buch über die psychologische Körperanalyse ist für 2019 vorgesehen.
Kurse für Meditation und Körperanalyse werden ebenfalls für 2019 in Aussicht genommen.

psychologischekoerperanalyse6.9.pdf [429 KB]

 

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